Für Andreas Frädrich gehört Empathie zum Job. Er hat sich auf Krisenkommunikation für Krankenhäuser spezialisiert - stellt sich vor die Presse, wenn es um Patienten geht, die nach einer Operation im Koma liegen, oder um gefährliche Keime auf der Intensivstation. "Das ist sensible, defensive Pressearbeit", erklärt Frädrich. Er sieht sich als Bastion für Klinik und Patienten, muss bisweilen das Hausrecht des Auftrag gebenden Kankenhauses gegen Boulevardreporter und Fotografen verteidigen, die versuchen, auf die betreffende Station zu gelangen. "Journalisten werden dann schon mal aggressiv mir gegenüber", sagt Frädrich. "im Extremfall muss ich einen Sicherheitsdienst einschalten."
Um sich vorzubereiten, hat der Berater ein "Journalisten-Bootcamp" der Bundeswehr besucht, bei dem die Armee im bayerischen Hammelburg Medienleute für Extremsituationen schult. In einem Rollenspiel wurde er entführt und stundenlang in einem kleinen Raum festgehalten. "Am Ende erklärte der Ausbilder, ob ich mit meinem Verhalten überlebt hätte oder nicht", sagt Frädrich. Das Gelernte habe er erfolgreich auf den Arbeitsalltag übertragen", sagt der Berater...(Text/ Interview: Celestine Hassenfratz)
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